Mein Weg durch die Therapien: Schritte zur Heilung 

Auf dieser seite teile ich meine sehr persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Therapieformen.

Es war ein Weg, geprägt von Herausforderungen und Hoffnung, auf dem ich gelernt habe, mit KPTBS, Depressionen und Panikattacken umzugehen.

Ich möchte detailliert berichten, wie jede Therapie durchgeführt wurde und welche tiefgreifenden Auswirkungen sie auf mich hatte.

Mögen meine Erzählungen dir Mut machen und Wege aufzeigen.

Psychotherapie: eine professionelle Stütze finden

Die Psychotherapie war oft mein erster Anker-Punkt. Hier habe ich gelernt, meine Gedankenmuster zu erkennen und zu verstehen, wie vergangene Ereignisse mein heutiges ich beeinflussen. Es waren regelmäßige Sitzungen, in denen wir Schritt für Schritt die Ursachen meiner Leiden aufdeckten und ich Strategien entwickelte, um mit den Symptomen umzugehen. Diese Form der Therapie hat mir geholfen, eine grundlegende Stabilität wiederzuerlangen und mich selbst besser zu verstehen.

Allerdings möchte ich der Vollständigkeit halber erwähnen,  dass es 2010, aber auch 2023 fast unmöglich war,  einen Therapeuten zu finden. Das Problem werden viele kennen- man hat akute Probleme,  gesteht sich endlich ein, dass man professionelle Hilfe braucht,  um nicht kaputt zu gehen und telefoniert,  schreibt Mails und wird immer wieder abgewiesen. Es ist frustrierend,  aber bitte, gib nicht auf !!!

Gesprächstherapie: die Kraft des Aussprechens

Manchmal ist es schon genug, einfach nur reden zu können. In der Gesprächstherapie stand das offene Gespräch im Vordergrund. Ohne direkten Therapieansatz im Sinne von 'aufgaben', sondern vielmehr als Raum für meine Gedanken und Gefühle. Dies half mir, meine inneren Konflikte zu verbalisieren, Emotionen zu sortieren und mich weniger isoliert zu fühlen. Der unvoreingenommene Zuhörer gab mir den Rückhalt, meine Geschichte ohne Angst vor Verurteilung zu teilen. 

Danke an dieser Stelle an Dr. Duberny, der mich aufnahm, als ich in KA auf Lehrgang war. Der Polizeiarzt, bei dem ich morgens um 8 Uhr saß,  rief ihn an: "hier sitzt ein Häufchen Elend, ohne Lebenswillen und Freude. Darf ich sie vorbei schicken,  damit sie ihr wieder Leben einhauchen?" Bereits am gleichen Tag um 13 Uhr hatte ich den ersten Termin. 

Zum Abschluss der Sitzung gab er mir das mit auf den Heimweg: 

"Gehen sie nicht in die Wüste,  um nach Blumen zu suchen. Gehen sie raus auf die Wiese,  dort wachsen sie!"

Ein weiterer Dank geht an Fr. Dr. Fischer-Felten, die mich auf Grund meiner Hartnäckigkeit kurzfristig aufnahm, dann aber in Rente ging 

Traumatherapie: dem Schatten der Vergangenheit begegnen 

Die Traumatherapie ist intensiv und herausfordernd, aber auch die wichtigste für meine Heilung von KPTBS.

Hier wurden spezielle Techniken eingesetzt, um traumatische Ereignisse zu verarbeiten, wie zum Beispiel Imaginationverfahren, wie Krafttier, Sicherer Ort und Tresorübung, Umschreiben der Ereignisse dass ich als Siegerin aus der Situation heraus kam, etc

 Es ging darum, die belastenden Erinnerungen zu entkoppeln und neu zu verankern, damit sie ihre Macht über mich verlieren.

Erkennen meiner diversen Trigger, diese dann gezielt und kontrolliert provozieren und mit erlernten Techniken zu bearbeiten 

Es war/ist ein schmerzhafter, aber unglaublich befreiender Prozeß, der mir ermöglicht, mich Stück für Stück von meiner Vergangenheit zu lösen.

Frau Diplom Psychologin Stefanie Rösch vom TIZ Konstanz

HTTPS://Trauma-Informations-zentrum.de 

gebührt mein Dank an dieser Stelle. 

Sie hat mich von 2010 bis 2012 therapiert. Und sie war die einzige, die mich nach meinem "Dienstunfall" und nach meiner Reha in Isny aufgenommen hat. Alle Anfragen bei Therapeuten mit Kassenzulassung liefen auf Aufnahmestopp/lange Wartezeit von bis zwei Jahren oder gar keine Antwort hinaus. 

 

Musiktherapie: Klänge als Ausdruck der Seele 

Manchmal fehlten mir die Worte, um meine Gefühle auszudrücken. Hier kam die Musik-Therapie ins Spiel.

Ob aktiv durch das Spielen von Instrumenten oder passiv durch das Hören von Musik – die Therapie ermöglichte mir einen Zugang zu meinen innersten Emotionen.

Es war ein Weg, Blockaden zu lösen, Stress abzubauen und eine Verbindung zu meinen inneren Kindern herzustellen, die über die Sprache hinausging. Die Musik wurde zu meiner Stimme und meinem Trost. 

Musik war schon immer ein großer Teil in meinem Leben. So erlernte ich als Kind Klarinette zu spielen und war jahrelang in unserem Musikverein, ich sang sehr gerne und ein weiter größerer Punkt war die Bewegung zu Musik in Form von tanzen, Standard und Latein. In der musiktherapie erste Stunde in der Reha in Isny wurde mir das wieder bewusst. Musik was my first love, 

Musik nimmt einen großen erfreulichen Teil meines Lebens ein , im Musikverein habe ich als Teil dazugehört und wurde nicht gemobbt oder ausgegrenzt, mir wurde immer wieder von meinem Vorstand gesagt dass ein Stuhl in ihren Reihen jederzeit für mich frei wäre. 

Leider gibt es einen Menschen in meinem Umfeld, der  sich selbst nicht mehr zu Musik bewegt und aufgrund seiner Handlungen mir klar und deutlich signalisierte, dass es nicht erwünscht ist, dass ich tanze und Spaß dabei habe. Im Januar 2025 habe ich mit meiner Zwillingsschwester einen Kurs im Linedance begonnen. Hierzu braucht es keinen Tanzpartner, man muss sich nicht an den Händen halten, aber man bewegt sich, teilweise schweißtreibend, zur Musik und es macht Spaß, wir sind mit Eifer und Freude dabei. Jede Fahrt zur Tanzschule stellt für mich eine größere Herausforderung dar, aber für den Spaß, den wir vor Ort haben, lohnt sich das jedes Mal aufs neue.

 

Kunstherapie: die gestalterische Arbeit ist der Kern der Sitzung man taucht in das Tun ein. Nicht das fertige Werk zählt, sondern das Erleben während der Erstellung

In der Kunsttherapie braucht man keinerlei Vorkenntnisse. Es gibt kein in "richtig "oder" falsch " alles was sich zeigt, darf sein. Die größte Erkenntnis die ich im Rahmen dieser therapieform erlangt habe ist, dass man sich nicht auf ein projektvorhaben versteifen sollte, sondern einfach den Dingen freien Lauf lassen muss, damit etwas kreatives und weitere denk Ansätze für die Psychotherapie dabei herumkommen so wollte ich z.b als erstes aus Ton eine sogenannte strickschale, wo man wolle während des strickens hinein tut die durch einen Auslass hindurchläuft, anfertigen, was jedoch hinten und vorne nichts wurde. Also knete ich meinen Ton wieder zusammen und begann aufs neue. Plötzlich waren Gedanken an meine verstorbene Omi präsent, mit welcher wir bis zum Schloss mensch ärger dich nicht gespielt haben so ergab es sich, dass ich aus Ton einen Würfel fertigte, war ein bisschen krumm und schief aber mit Liebe und innigen Gedanken zu meiner Omi. Als nächstes begann ich wiederum mit einer strickschale, jedoch diesmal ohne irgendwelche Vorlagen, sondern einfach aus dem Bauch raus. Ich fertigte die Schale und fügte Elemente wie einen Baum einen Vogel ein Blatt und ein kleeblatt hinzu und beim Betrachten viel mehr auf, dass ich durch diese hinzugefügten Elemente meine Wolle hindurchlaufen lassen kann. Zu diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich mich mit dem Thema Verlust auseinandersetzen muss, denn bei der ursprünglichen strickschale hätte man einen Ausschnitt herausschneiden sollen. Mir wurde beim Arbeiten jedoch klar, dass es weh tut, etwas zu verlieren und dass es doch besser ist etwas hinzuzufügen Punkt das Ergebnis war, dass ich nach dieser therapiestunde zwei Stunden in den Wald gegen und mir intensiv Gedanken darüber machte, welche Verluste ich in meinem Leben erlitten und zum großen Teil noch gar nicht aufgearbeitet habe. Ich schrieb strukturiert meine Gedanken hierzu auf und nahm dann diese Aufschriebe zu meiner nächsten Therapiestunde/Psychotherapie mit und besprach dieses riesige Thema mit meinem Therapeuten.