Was sind Trigger? Den Auslöser verstehen

Der Begriff „Trigger“ kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Auslöser“ (wie der Abzug bei einer Pistole). In der Psychologie und im Alltag beschreibt er einen Reiz, der eine plötzliche, oft heftige Reaktion oder Erinnerung hervorruft. Hier ist eine Übersicht, wie der Begriff in verschiedenen Kontexten verwendet wird:

1. In der Psychologie: Trauma-trigger verstehen

Dies ist die ursprünglichste Bedeutung. Für Menschen, die ein traumatisches Erlebnis hatten, ist ein Trigger ein Sinnesreiz, der das Gehirn in den Zustand des damaligen Erlebnisses zurückversetzt. Das Gehirn unterscheidet in diesem Moment nicht mehr zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Beispiele für Reize: Ein bestimmter Geruch (z. B. Parfum), ein Geräusch (z. B. ein Knall), ein Bild oder sogar ein bestimmtes Wort.
Die Reaktion: Panikattacken, Flashbacks (Wiedererleben der Situation), Herzrasen oder Atemnot.

Ein paar Beispiele meiner Trigger

  • Klopf-/Schlaggeräusche (dumpfe, Metall, aber auch bei anderen)
  • Menschenmenge
  • weinende/schreiende Kinder
  • südländische Männer mit besonderem Verhaltensmuster ggü. Frauen 
  • Gerüche 
  • Gegenstände im Wald entsorgt (Mülltüten)
  • Martinshorn 
  • Aggressive Unterhaltung/Ausrufe etc

2. Im Alltag: emotionale trigger und ihre Wirkung 

Mittlerweile wird der Begriff oft lockerer verwendet, um Dinge zu beschreiben, die uns einfach „auf die Palme bringen“ oder emotional aufwühlen.

Beispiel: Jemand sagt etwas Bestimmtes über dein Aussehen, das dich sofort wütend oder traurig macht, weil es einen „wunden Punkt“ trifft.
Bedeutung: Es aktiviert ein altes Verhaltensmuster oder eine tiefliegende Unsicherheit.

3. In den Medien: die Bedeutung von Triggerwarnungen

Sicher hast du schon einmal den Begriff „Trigger Warning“ (TW) gesehen. Diese Warnungen stehen vor Texten, Videos oder Filmen, die sensible Themen behandeln (z. B. Gewalt, Essstörungen oder Tod).

Ziel: Menschen mit entsprechenden Vorbelastungen sollen die Möglichkeit haben, den Inhalt zu meiden, um nicht ungewollt in einen psychischen Ausnahmezustand versetzt zu werden.

So funktionieren trigger: ein 3-schritte-prozess

Um besser zu verstehen, wie Trigger wirken, hier ein einfacher Prozess:

1. Reiz (der Trigger): Ein Geruch, Geräusch, Bild oder Satz tritt auf.
2. Koppelung (die Verbindung): Das Gehirn verknüpft den Reiz sofort mit einer alten, oft traumatischen Erfahrung.
3. Reaktion (der Output): Es folgt eine körperliche oder emotionale Reaktion wie Angst, Wut oder Schock.

Ein wichtiger Hinweis: die Ernsthaftigkeit von Triggern

Während das Wort im Netz oft scherzhaft gebraucht wird („Das triggert mich total“), ist es für Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ein sehr ernsthaftes und oft belastendes Phänomen. Es ist entscheidend, diese Unterscheidung zu verstehen, um Betroffenen die nötige Empathie und Unterstützung entgegenzubringen.