Die Ziegenfarm als "Therapieeinrichtung" für mich

Entdecken Sie, wie eigene Aktionen zur Heilung beitragen können. Meine Zeit auf dieser Ziegenfarm in Norwegen zeigt mir jeden Tag aufs neue, wie man durch bewusste Schritte sich selbst therapieren und unterstützen kann. Begleiten Sie mich auf diesem außergewöhnlichen Weg, der aus tiefen Erfahrungen und der Nähe zur Natur in der Entstehung sind

Wie ich mich auf der Ziegenfarm therapiere

 

Bei jdem Stich mit der Gabel habe ich seinen Namen buchstabiert und zu jedem Buchstaben Beleidigungen und Beschimpfungen rausgehauen, ich habe geflucht , ich habe geschrieen,  ich hatte angestaute Wut die ich rausgelassen habe.

Dann geht  in unserem Stall  zum Ausmisten. Wenn wir dann  mit Schaufeln misten,  wird "er"  da quasi mit  reingeschoben,   ich habe mit dem Ziegen Mist die letzten Teile, die ich mit der Gabel noch nicht klein gekriegt habe, in die Mistgrube  versenkt.

Das Heu hier geduldig und es gibt noch genug, genauso wie Mist, der "wächst" ja täglich nach.

Seelenbalsam durch die kleinsten Zicklein 

Nach der Arbeit im Stall folgt der Höhepunkt: der Besuch bei meinen kleinen Waisenkindern, den Zwillings-Zicklein, die ihre Mami verloren haben, doch mich als Ersatz-Mama angenommen.

Sobald ich den Stall betrete, kommen sie angerannt, schmiegen sich an mich, genießen die Fläschchen und tollen liebevoll auf mir herum. Ihre bedingungslose Dankbarkeit für meine Anwesenheit ist ein wahrer Segen, ein Seelenbalsam.

Es beruhigt mein Nervensystem in einem Maße, das ich mir vor meiner Reise nach Norwegen nicht hätte träumen lassen. Dieser Ausgleich ist unbezahlbar.

Warum Tiere die besten Therapeuten sind

Jeder, der mit Tieren zu tun hat, kennt ihre tiefgreifende Wirkung auf den Menschen. Tiere widersprechen nicht, sie sind einfach da, spüren, wenn es einem nicht gut geht, und zeigen bedingungslose Zuneigung. Sie lieben es, gestreichelt zu werden, was Traumapatienten instinktiv zur Beruhigung verhilft, und sie stellen keine Ansprüche. Hätte mir vor zwei Monaten jemand gesagt, dass ich Nase an Nase mit einer Ziege kuscheln würde, hätte ich es für undenkbar gehalten. Doch hier auf der Ziegenfarm werde ich eines Besseren belehrt. Nach nur drei Wochen spüre ich, wie die Ruhe, die Weite, die Stille und die Ziegen mir unheimlich guttun und bei der Bewältigung meiner Traumata eine enorme Hilfe sind.

Jeder Moment auf der Ziegenfarm ist besonders, jede Ziege für sich ist einzigartig. Ziegen sind erstaunlich schlaue Tiere, das war mir zuvor unbekannt – man kann sie tatsächlich wie Hunde ausbilden und ihnen Kunststücke beibringen. Und sie stinken nicht! Ich sage immer, die kleinen Zicklein riechen nach frischer Heublume. Es tut unglaublich gut, den Herzschlag und den Atem dieser kleinen Wesen zu spüren; ich merke, wie das in mir eine unglaubliche Beruhigung auslöst. Diese Verbundenheit ist ein Geschenk.

Ein jeder Moment auf der Ziegenfarm ist besonders

Aus meinem Tagebuch des Heilens

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